Landwirtschaft
Die Burgergemeinde Niederbipp besitzt 180 Hektaren Landwirtschaftsland vorwiegend südlich der Autobahn. Dieses Land wird an die ortsansässigen Landwirte verpachtet. Es ist voll arrondiert und die Pachtparzellen haben eine Grösse von vier Jucharten, dies entspricht 144 Aren.
Waldchilefäld, Blick aus dem Waleboden
Gemeindehof Niederbipp
Auch der Gemeindehof mit 20 Hektaren gehört zur Burgergemeinde. Der Hof liegt am Jurasüdhang und ist in erster Linie auf Viehwirtschaft ausgerichtet. Viele Jahren wurde er von der Familie Schütz bewirtschaftet. Nun steht eine Sanierung und ein Pächterwechsel an.
Waldkirchfeld- Korporation
Gemeindehof und Waldchilefäld gelangten durch die Zusammenlegung mit der Waldkirchenfeld-Korporation Niederbipp per 01.01.2008 in den Besitz der Burgergemeinde Niederbipp.
An diesen Zusammenschluss erinnert der Gedenkstein im Waleboden.
Gedenkstein Waleboden
Wir ein Gmein und Dorff zu Nider Bipp bekennendt und thun khundt hiemit, das uff Wienacht dis 1609 Jahres, als Wir ein Gmein Versammlung gehalten und ein Mehr Unsseres Waldkilchen Veldts und Theillung gehalten desselben wegen ergahn lassen, einhällig geraten und beschlossen worden…“
So begann vor fast 400 Jahren die Geschichte der Waldkirchenfeld-Korporation Niederbipp. Der „Waldchilchen Brieff“ trägt das Siegel des Vogtes Samuel Holtzer, Bernburger und Vogt zu Bipp. Die heutige Rechtsform ist eine burgerliche Korporation und untersteht dem öffentlichen Recht. In der ersten Zeit wurde die ganze Fläche von allen Burgern gemeinsam genutzt, d.h. jeder Berechtigte konnte sein Vieh auf dieser Fläche weiden. Darüber wurde eisern gewacht. Als zum Beispiel Predicant Hans Jakob Schmid seine Tiere auch dort weiden lassen wollte, wurde ihm das am 17. September 1655 per Gerichtsbeschluss verboten.
Die Korporation verwaltet rund 180 Hektaren Ackerland und den Gemeindehof mit 20 Hektaren. Mit der Güterzusammenlegung von 1964 wurden die Parzellen neu eingeteilt und betragen heute in der Regel 144 Aren (4 Jucharten). Diese Parzellen werden an die ortsansässigen Landwirte verpachtet. Vorher wurden die Kleinstparzellen (z.T. nur 9 Aren) an die Burger ausgegeben. In früherer Zeit wurden diese Parzellen von den Familien als Pflanzland bewirtschaftet oder als Futterfläche für Schafe, Ziegen, Kühe und Schweine benötigt. Eine Besonderheit sind auch unsere langen Obstbaum-Alleen. War dieses Obst früher bei den Burgern heiss begehrt, werden die Früchte heute kaum mehr geerntet. Die Apfel-, Birn- und Kirschbäume südöstlich von Niederbipp bieten vor allem im Frühling zur Blütenzeit ein eindrucksvolles und reizvolles Bild, das zum Dorf gehört wie der Jura und der Längwald.
Per 1. Januar 2008 wurde die Korporation aufgelöst und in die Burgergemeinde integriert.


